Königssegen

Das heilbringende Handauflegen abendländischer Herrscher findet seine Entsprechung bei einigen Naturvölkern, wo ebenfalls bestimmte Personen Mana-Träger sind. Im engeren Sinn meint der K. die besondere Gabe der französischen und englischen Könige, die Skrofulose (eine Haut- und Lymphknotenerkrankung, die deshalb auch „Königskrankheit“, engl. King‘s Evil, genannt wird) zu heilen.
Von Bischof Cartwright stammt folgende Tagebuchnotiz: „Ich war beim Morgenempfang Seiner Majestät (Jakob II.) zugegen, wonach ich ab 9 Uhr in seinem Kabinettsraum weilte, wo er 350 Personen heilte.“
Man versuchte diese Art von Heilern mit Mesmeristen oder anderen unorthodoxen Heilern in Verbindung zu bringen, doch war es dem Volksglauben nach nicht die Person, die heilte, denn die Kraft war amtsgebunden, d.h., die Fähigkeit zu heilen, war erst nach der Krönung gegeben.

Lit.: Bonin, Werner: Lexikon der Parapsychologie. Zürich: Scherz, 1976.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.