Köberle, Adolf

(* 30.07.1898 Berneck, Oberfranken; † 22.03.1990 München), evangelischer Theologe, Studienrat, Leiter eines Missionsseminars, Prof. für Systematische Theologie in Basel und Tübingen.
K. war ein Sohn Hermann Köberles, eines Pfarrers und Dekans in Bayern; 1916 bis 1918 Soldat im Ersten Weltkrieg; ab 1919 Studium der Philosophie und Theologie in München, Erlangen und Tübingen; von 1922 bis 1926 Studienrat an einem Münchner Gymnasium, von 1926 bis 1930 Leiter des Evangelisch-lutherischen Missionsseminars in Leipzig. 1928 promovierte K. in Tübingen mit der Arbeit „Das Verhältnis von Rechtfertigung und Heiligung in seiner Bedeutung für den christlichen Glauben. Eine biblische, theologiegeschichtliche und systematische Untersuchung“. Das Buch erschien später unter dem Titel Rechtfertigung und Heiligung. Von 1930 bis 1939 war K. außerord. Prof. für Systematische Theologie in Basel. Von 1939 bis 1966 war er Nachfolger von Karl Heim und ord. Prof. für systematische Theologie in Tübingen; dabei erarbeitete er zusätzlich Beiträge in den Bereichen Dogmatik, Ethik, Apologetik und Konfessionskunde. 1963 übersiedelte er als Emeritus nach München.
K. galt als Vertreter und sensibler Interpret des schwäbisch-pietistischen und lutherischen Erbes. Er war außerdem Mitglied der Evangelischen Michaelsbruderschaft.
Als Theologe begab sich K. auch in die Gefilde der Naturphilosophen, der Wissenschaft und Kunst, der Tiefenpsychologie, des Okkultismus und der Anthroposophie. So machte er sich mit dem „Glaubensvermächtnis der schwäbischen Väter“ vertraut, wie z.B. Albrecht Bengel, Friedrich Ch. Oetinger und Johann Ch. Blumhardt (d.Ä.).

W. (Auswahl): Christliches Denken: von der Erkenntnis zur Verwirklichung. Berlin: Furche, 1962; Das geheimnisvolle Reich der Seele: Erfahrungen der Psyche in den Grenzbereichen des Lebens. Freiburg i.Br.: Herder, 1984; Zurück zur Symbolsprache der Bibel: Kosmos und Logos begegnen einander. Stuttgart, 1987 (EZW-Texte, Impulse Nr. 26).
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