(Jap., wörtl. „öffentlicher Aushang“; im Chines. kung-an), bezeichnet ursprünglich einen juristischen Präzedenzfall. Im Zen ist es eine Formulierung aus einem Sutra oder einer Darlegung der Zen-Erfahrung, eine Episode aus dem Leben alter Meister, die alle jeweils auf die letzte Wahrheit hindeuten. Das Wesentliche eines jeden K. ist das Paradoxon, also das, was jenseits des Denkens liegt. Das K. ist also kein „Rätsel“, da es nicht mit dem Verstand zu lösen ist. Zu seiner Lösung bedarf es eines Sprungs auf eine andere Ebene des Begreifens.
Ungefähr seit dem 10. Jh. wurde K. im Zen systematisch als Mittel der Schulung eingesetzt. Da sich K. dem Verstand entzieht, zeigt es dem Zen-Schüler die Grenzen des Denkens auf und zwingt ihn schließlich, sie in einem intuitiven Sprung zu transzendieren, durch den er sich in der Welt jenseits aller logischen Widersprüche und dualistischen Denkweisen wiederfindet. Aus dieser Erfahrung heraus kann der Schüler dem Meister spontan und ohne Rückgriff auf Hörensagen seine eigene Lösung des K. demonstrieren.
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