Knoten

Die verschiedenen Bedeutungsebenen des K.s wurzeln in der archaischen Symbolik von Binden und Lösen. Der K. soll Gefahren unschädlich machen (Amulett) und die widergöttlichen Mächte binden (K.säulen der Romanik). Bei den Ägyptern war der K. ein Symbol des Lebens und der Unsterblichkeit. Die islamische Welt kennt ihn als Schutz verleihendes Symbol. So knüpften sich arabische Männer z.B. verschiedentlich K. in den Bart als Mittel gegen den bösen Blick. Weit verbreitet ist die symbolische Bedeutung der Lösung von K. Der Buddhismus vergleicht das Sich-Lösen des Weisen aus der Welt des bloßen Scheins mit dem Auflösen von K. Auch der Tod wird gelegentlich mit dem Lösen eines K.s verglichen (Suebenknoten).
Im späten Mittelalter wird der K. zum Symbol der Ordensgelübde, mit denen sich der Mönch an Gott bindet (Gürtel der Franziskaner). Geknotete bunte Bänder schenkte die Braut dem Bräutigam als Zeichen ihrer Liebe und Treue.
Man schrieb dem K. auch die Kraft zu, einen Menschen töten zu können. Zu diesem Zweck wurde im Mittelalter bei einem Opfer ein Strick mit K. versteckt.
Der Knoten kann ebenso ein Symbol des zusammenhaltenden Zentrums sein. Eine Art Zentrumssymbol ist auch der gordische Knoten: Wer ihn zu lösen vermag, ist Herr über Asien.

Lit.: Lurker, Manfred: Wörterbuch der Symbolik. Stuttgart: Kröner, 1991.
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