Knorr von Rosenrot, Christian

(* 15./16.07.1636 Alt Raudten, Herzogtum Wohlau; † 04.05. oder 08.05.1689 Schloss Großalbershof bei Sulzbach, Oberpfalz), deutscher Polyhistor, Dichter, Schriftsteller, evangelischer Kirchenlieddichter, Alchimist.
K. studierte nach der Grundausbildung ab 1655 in Leipzig Theologie, Jura, Geschichte, Philosophie und Sprachen und schloss die Studien 1660 als Magister mit einer Dissertation zur antiken Numismatik ab.
1668 zum Hof- und Kanzleirat erhoben, berief ihn Leopold I. im gleichen Jahr in den Freiherrenstand.

Das Werk von K. umfasst neben Gelegenheitsdichtungen für den Sulzbacher Hof und Übertragungen von Sammlungen naturphilosophischer Werke, die er ausführlich kommentierte, eine Zusammenstellung von Schriften der jüdischen Mystik unter dem Titel Kabbala denudata, mit der K. den einheitlichen Ursprung von christlicher Lehre und Kabbala nachzuweisen versuchte. Die Übersetzungen ins Lateinische machten viele Texte der Kabbala nicht-jüdischen Gelehrten erst bekannt. Zudem übersetzte K. u.a. die Magia naturalis von Giambattista della Porta ins Deutsche (erschienen 1680), die Ortus medicinae von Johan Baptista van Helmont (Aufgang der Arzney-Kunst, 1683), die Pseudodoxia epidemica von Thomas Browne (zus. mit Enchiridion Physicae Restitutae von Jean D’Espagnet) und mit Mercurius van Helmont die Consolatio philosophiae von Boethius (Sulzbach 1677, Lüneburg 1697).
Von den vielen für private Familienangelegenheiten gedichteten Liedern ist Morgenglanz der Ewigkeit heute noch im kirchlichen Gebrauch.

W. (Auswahl): Kabbala denudata. Hildesheim: Olms, 1999; Apokalypse-Kommentar. Hrsg. Italo Michele Battafarano. Bern: Lang, 2004.

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