Knochen

(Lat. os, Plur. ossa), harte, die Verwesung überdauernde Bestandteile von Tier und Mensch.
Da K. dem Verwesen am längsten trotzen, gelten sie auch als Träger besonderer Macht und darum als stark zauberkräftig (Amulette, Reliquien). Ihre religiöse Bedeutung zeigte sich schon in vorgeschichtlicher Zeit vor allem in den Jägerkulturen (Knochendepots, Schädelkult). Vor allem hängt von ihrer Erhaltung die Wiederbelebung des Körpers ab. Dahingehend sind auch die alttestamentlichen Stellen zu interpretieren, denen zufolge keine K. des Passah-Lammes zerbrochen werden dürfen (Ex 12,46; Num 9,12; Joh 19,36). Aus K. wird auch geweissagt. > Schulterblattorakel.

Lit.: Bertholet, Alfred: Wörterbuch der Religionen. Stuttgart: Kröner, 1985.
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