Klinisch toter Zustand

Bei Erlebnissen im klinisch toten Zustand bringt zuweilen ein erlebter Lebensfilm Bilder in das Bewusstsein, die einer Realsituation entsprechen, welche außerhalb des normalen Erinnerungsvermögens lag. So geschehen in den Erlebnissen des in Bellinzona, Schweiz, verunglückten Stefan von Jankovich, der nach einem ca. 5 Minuten dauernden Herzstillstand wiederbelebt wurde.
Den bekannten Flugerlebnissen folgte nach seinem Bericht „ein phantastisches vierdimensionales Theaterstück, das sich aus unzähligen Bildern zusammensetzte und Szenen aus meinem Leben wiedergab. Um irgendeine Größenordnung zu nennen, gab ich damals die Zahl der Szenen mit 2000 an, die mir in Erinnerung geblieben sind. Die Zahl ist im Grunde genommen nicht wichtig. Jede Szene war abgerundet, d.h. mit einem Anfang und einem Ende. Aber die Reihenfolge war umgekehrt. Der Regisseur hat seltsamerweise das ganze Theaterstück so zusammengestellt, dass ich die letzte Szene meines Lebens, d.h. meinen Tod auf der Straße bei Bellinzona, zuerst sah, während die letzte Szene dieser
Vorstellung mein erstes Erlebnis war, nämlich meine Geburt“ (Resch, S. 233).
Die dabei erlebten Bilder der Wohnung, in der die Geburt stattfand, konnten von seinem Vater bestätigt werden, so dass man diese Erlebnisse nicht als bloße Phantasiegebilde abtun kann. Von besonderer Bedeutung ist hier jedoch, dass innerhalb weniger Minuten ein ganzes Leben wiedererlebt werden kann.

Lit.: Resch, Andreas: Der Innenraum des Menschen (Reihe R; 10). Innsbruck: Resch, 2017.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.