Klimakterion

(Stufenjahr), bezeichnete in der Spätantike ein Krisen- oder Entscheidungsjahr im Menschenleben im Allgemeinen, nicht bloß wie heute das Aufhören der Sexualfunktionen.
Aulus Gellius (* um 130), der Verfasser der „Noctes Atticae“, bezeichnet das 63. Lebensjahr (9 x 7) als besonders kritisch, da es sich entweder mit einer Gefahr oder einem Unheil einstelle, z.B. Krankheit, Lebensverlust oder Seelenleiden. Firmicus Maternus (4. Jh.) nennt dieses Lebensjahr daher „Androklas“ oder „Menschenzerbrecher“, weil es die Lebenssubstanz zermalme. Als weitere Stufenjahre gelten das 21. (3 x 7), 42. (6 x 7) und 84. (12 x 7) Lebensjahr.

Lit.: Boll, Franz: Die Lebensalter: ein Beitrag zur antiken Ethologie und zur Geschichte der Zahlen. Leipzig, 1913.
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