Klesha

(Skrt., kleśa, Leiden; pali kilesa; chin. fánnǎo; tib. nyon mongs pa), den Geist trübende Leidenschaften. In der indischen Philosophie, insbesondere im Buddhismus und Hinduismus, werden diese „Befleckungen“ als Ursache des Leidens verstanden. Es sind dies, speziell im Yoga, Avidya (Nicht-Wissen), Asmita (Egozentrik und Identifikation mit dem Körper), Raga (Leidenschaft), Dvesha (Widerwille gegen das, was Schmerzen verursacht) und Abhinivesha (Anklammern an das Leben).
K. sind also bestimmte Strukturen, Muster und Kräfte im menschlichen Geist, welche die Wahrnehmung und die Handlungsweise des Menschen steuern und ihn immer wieder in Situationen bringen, die leidvoll erfahren werden.

Lit.: Desikachar, T.K.V.: Yoga Tradition und Erfahrung: die Praxis des Yoga nach dem Yoga Sutra des Patanjali. Petersberg: Via Nova, 2. Aufl. 1997.
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