Kleopatra

Spätantike Alchemistin, oft verwechselt mit der gleichnamigen ägyptischen Königin; sie soll zwischen dem 1. und 3. Jh. in Alexandria in Ägypten gelebt und das Buch Chrysopoeia (griech. khryson, Gold; poein, machen, Goldmachen), einen Traktat zur Herstellung von Gold, verfasst haben. Die Bezeichnung wurde als Titel für das alchemistische Textbuch verwendet, das vermutlich in der späteren hellenistischen Periode in Ägypten entstand. Ob jedoch K. tatsächlich die Autorin ist, muss offen bleiben. Sie soll neben Maria Judaica, der angeblichen Begründerin der Alchemie, Anfang und Ende der Anerkennung der Alchemie als experimentelle Wissenschaft darstellen. Unter dem römischen Herrscher Diokletian begann die systematische Verfolgung der alexandrinischen Alchemisten durch Verbrennen ihre Schriften. In der Folge waren es die Araber, welche die Alchemie belebten, die im Mittelalter zu einer neuen Blüte fand. In dieser Zeit erlangte auch das Werk Chrysopoeia de Cleopatra größere Bekanntheit. Es befasst sich vor allem mit der Vorstellung vom „Einen zum All“ (en to pan), eine Vorstellung, die mit dem Ouroboros und der hermetischen Weisheit in Verbindung steht.
Chrysopoeia ist auch der Titel eines Gedichts des italienischen Humanisten Giovanni Augurello von 1515.

Lit.: Theba, Jacob/Picolomini, Lidtwinus: Assertiones physicae de chrysopoeia. Friburgum Brisgoviae: Meyer, 1631.
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