Klemens von Alexandrien

Titus Flavius Clemens (* 140/50 evtl. Athen; † vor 216/17 evtl. Kappadokien), frühchristlicher, griechisch schreibender Philosoph und Kirchenschriftsteller. Über sein Leben ist wenig Sicheres überliefert.
Das Leben von K. spielte sich größtenteils in Alexandria ab. Kurz vor seinem Tod verließ er die ägyptische Metropole, zog nach Palästina und wurde zu einem engen Berater des Bischofs Alexander von Jerusalem.
Aus seinen Werken, von denen nur ein Teil erhalten ist, erfährt man viel über christliche Gnostiker. Sein Protreptikos pros Helenas (Mahnreden an die Heiden) ist eine Widerlegung des Heidentums und eine Apologie des Christentums. In seinem Paidagogos (Der Pädagoge) legt K. dar, dass Christus die Seelen der Christen zu einem besseren Leben führt. K. vertritt eine Moral des rechten Maßes. In seinem Sammelwerk, den Bänden der Stromateis (Teppiche), will er die christliche Gnosis als die allen anderen gnostischen Systemen überlegene darstellen. Seine darin gebotene Gedankenführung weist ihn als Mystiker aus. In seiner Homilie Quis dives stellt er klar, dass Reichtum nicht vom Himmelreich ausschließt.
Allein die Versenkung in die Größe Christi führe zur Annäherung an den Allmächtigen, die der gewöhnliche Sterbliche erst nach dem Tod und einer Reinigung durch geistiges Feuer in der Apokatastasis erfährt, womit K. die Lehre vom Fegefeuer vorbereitet hat.

W. (Auswahl): In seinem Hauptwerk, den Büchern der Stromateis (Plural von strōmateús‚ Teppich [im Sinne von ,Tagesdecke‘], ‚Flickwerk‘) versucht Clemens, die grundsätzliche Vereinbarkeit von griechischer Philosophie und christlichem Glauben und die epistemologische Überlegenheit des Letzteren zu erweisen.
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