Klageweib

Der gesamte Alte Orient kannte den Berufsstand der Klagefrauen, der dem Totenkult entstammt. Sie sangen im Trauerhaus zur Flöte ihre traditionsgemäßen Leichenlieder, schlugen sich dabei, wie Darstellungen zeigen, an die Brust, bewarfen sich mit Asche und rauften ihr Haar. In Ägypten sind sie seit dem Alten Reich belegt. Ihre Anzahl gab oft Auskunft über das Vermögen der trauernden Familie. In verschiedenen Kulturkreisen gibt es sie vereinzelt auch heute noch. Für ein bestimmtes Honorar können sie für die rituelle Totenklage „gemietet“ werden.

Lit.: Praktisches Bibellexikon. Freiburg i.Br.: Herder, 1969.
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