Kiva

Aus dem Grubenhaus, einer im Boden vertieften und mit Balken überdeckten Behausung verschiedener Völker, entstandener unterirdischer Kultraum der Pueblo-Indianer, der die Öffnung der Erde symbolisiert, aus der die Menschen in grauer Vorzeit gekommen sind. Die viereckige Öffnung in der Decke ist das Tor zur Unterwelt und die Leiter ist die Achse zwischen Himmel und Unterwelt. Diese Scheidung ist jedoch keine in Gott und Teufel, da sowohl die oberen geistigen oder zeugenden Mächte als auch die unteren materiellen Kräfte, die Fruchtbarkeit der Erde und ihre Geschöpfe, von den Pueblo-Indianern in gleicher Weise akzeptiert und verehrt werden. Der Einstieg in die K.s erfolgt durch die Dachlucke und mittels Leitern. Die unterirdischen Räume sind Zeremonialstätten, an denen z.B. das Urzeitgeschehen des Aufstiegs der Menschen aus der Unterwelt an die Erdoberfläche dramatisch wiederholt wird.
In den K.s werden auch die Knaben in die Geheimnisse der rituellen Tänze eingeführt, während die Zuschauer, häufig Frauen, auf Steinbänken entlang der Wand sitzen.

Lit.: Nölle, Wilfried: Völkerkundliches Lexikon. München: Goldmann, 1959.
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