Kindermord, ritueller

Der rituelle K. zu magischen Zwecken ist in der heidnischen Antike bezeugt. Gegen Ende des 1. Jahrhunderts gab es bei gewissen gnostischen Sekten Initiationsriten, in deren Rahmen angeblich sowohl unzüchtige Handlungen als auch ritueller K. und -verzehr und damit verbundene Zauberei praktiziert wurden.
Im griechisch-römischen Altertum war der Zusammenhang bzw. die Verwendung von getöteten Kindern zu Zaubereizwecken bekannt. Die Verwendung von Föten zu magischen Zwecken findet schon im Pariser Zauberpapyrus Erwähnung. Später legte man solche Untaten den Hexen zur Last, weil die Meinung vorherrschte, dass sich getötete Kinder besonders gut zum Zauber, zur Eingeweideschau und zur Wahrsagerei eignen würden.

Lit.: Habiger-Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter. München: Diederichs, 1992.
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