(* 23.05.1847 Bury St. Edmunds, Suffolk, England; † 1920).
K. studierte Medizin und arbeitete als Arzt an einem Londoner Krankenhaus. Im Rahmen seiner Tätigkeit begann er sich für die menschliche Aura zu interessieren, einen angeblich leuchtenden Bereich, der alle Lebewesen umgebe und für empfindsame Menschen sichtbar sei.
Schon der deutsche Baron Georg von Reichenbach (1772-1826), Hersteller astronomischer Instrumente, hatte behauptet, Auren um die Pole von Magneten und um menschliche Hände sehen zu können. Dies faszinierte K. und so begann er 1908 mit diesbezüglichen Experimenten. Bis 1911 hatte er ein System entwickelt, bei dem eine verdünnte Lösung eines Farbstoffs namens Dicyanin zum Einsatz kam, ein Produkt des Steinkohlenteers. Eine andere von K. anfangs getestete Methode bestand darin, zuerst ein helles Licht durch eine starke alkoholische Lösung zu betrachten und dann den Probanden anzuschauen. Dies erwies sich jedoch als sehr gefährlich und verursachte Schäden an den Augen.
K. perfektionierte schließlich seine Dicyanin-Methode und produzierte den sog. „Kilner Schirm“. Seine Ergebnisse veröffentlichte er 1911 in The Human Atmosphere. Bei seiner Methode betrachteten die Forscher eine Versuchsperson durch den Schirm bei Tageslicht, wobei das Dicyanin in zwei hermetisch verschlossenen Glasstücken enthalten war. Das Subjekt war eine nackte Person, die vor einem dunklen Hintergrund stand. Auf diese Weise konnten drei verschiedene Ausstrahlungen gesehen werden. Die erste war dunkel und farblos und reichte nicht weiter als den Bruchteil eines Zentimeters über den Körper hinaus. Die zweite erstreckte sich über die erste etwa 1,5 cm. Die letzte war mindestens um die 28 cm lang. Die erste Aura bezeichnete K. als Ätherisches Doppel, die zweite als Innere Aura und die letzte als Äußere Aura.
Ferner wurde festgestellt, dass Krankheit die Farbe und Größe der Aura beeinflusste, wobei geistiger Verfall zu einer Verringerung der Größe führte und der bevorstehende Tod die Aura auf fast nichts schrumpfen ließ. K.s Buch The Human Atmosphere untersuchte die menschliche Aura erstmals als wissenschaftliche Tatsache und nicht als fragwürdiges Phänomen.
Später wurde versucht, aus dem Schirm ein handlicheres Objekt herzustellen, ähnlich einer Brille. Diese wird heute noch als Aura Googles bzw. als Aura-Brille bezeichnet.
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