(* 09.02.1922 Friedrichsruh/D; † 07.09.2005 Matrei am Brenner/Ö), dt.-öst. Philosoph, Religionswissenschaftler, Sohn des Philosophen und Schriftstellers Hermann Graf Keyserling, der 1920 in Darmstadt die „Schule der Weisheit“ gründete, in der er versuchte, abendländische und asiatische Geistes- und Weisheitslehren zu verbinden, was ihn zu einem Vorläufer einer interkulturellen Philosophie machte.
Zu Arnold K.s persönlichen Lehrern gehörten der Esoteriker Georges I. Gurdjieff, der Zwölftonmusiker Joseph Matthias Hauser und der indische Yogi Ramana Maharshi. 1964 bekam K. einen Lehrauftrag an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien, 1974 wurde er Prof. für Religionsphilosophie. Er begründete die „Schule des Rades“, den Studienkreis „Kriterion“ und gab die Zeitschrift Pleroma heraus. Seine Bücher publizierte er im Selbstverlag („Verlag der Palme“). Nach K.s Tod übernahm seine Ehefrau Wilhelmine den Studienkreis, die auch als Yogalehrerin und Kunsttherapeutin arbeitete. Sie starb 2010.
W. (Auswahl): Die Metaphysik des ‚Uhrmachers‘ von Gustav Meyrink. Wien: Palme, 1966; Luzifers Erwachen: die Entdeckung des zehnten Planeten. Wien: Palme, 1972; Das Erdheiligtum: die Ur-Riten von Raum und Zeit. Wald: Im Waldgut, 1983; Weisheit des Rades: orphische Gnosis. Wien: Palme, 1985; Das magische Rad Zentralasiens: Schlüssel der Urreligion. Wien: Palme, 1993; Urreligion Astrologie. Wien: Palme, 1996.
Lit.: Gehmacher, Ernst/Kreuzer, Franz: Mehr Glück mit Verstand: Fünf Denker und ihre Theorie über das Glück: Viktor Frankl, Robert Jungk, Arnold Keyserling, Erwin Ringel und Paul Watzlawick. Wien: Deuticke in Zsolnay, 2005.