Ketzerei

Religiöse Lehre oder Überzeugung, die einer geltenden, bestehenden Doktrin widerspricht oder von ihr abweicht. Am meisten kommt der Begriff in der christlichen Religion zum Tragen, insbesondere im Zusammenhang mit der Verfolgung unorthodoxer Glaubensgemeinschaften wie der Albigenser und Katharer, von Hexen und anderen im Mittelalter. Als ketzerisch wurden von orthodoxen Kirchenvätern, wie Irenäus, auch Sekten verdammt. Von kirchlicher Seite ist in diesem Zusammenhang nicht zuletzt auf die Inquisition zu verweisen.
Andere Religionen kennen ebenfalls den Begriff der K. So versuchte der Pharao Echnaton im alten Ägypten, den bestehenden Amun-Kult zu unterdrücken, und machte sich damit selbst zum Ketzer.
Im Islam ist der Fall des Sufi-Mystikers Mansur al-Hallaj bekannt, der 922 in Bagdad gekreuzigt wurde, weil er sich in seliger Einheit mit Gott wähnte.

Lit.: Kieckhefer, Richard: Magie im Mittelalter. München: Beck, 1992.
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