Ketzer von Besançon

Zwei Ketzer – so erzählt der Zisterzienser Cäsarius von Heisterbach – kamen nach Besançon, taten Wunder und fanden viele Anhänger. Voller Angst wegen ihres Erfolges forderte der Bischof einen in der Nekromantie bewanderten Geistlichen auf, durch Teufelsbeschwörung zu ermitteln, was jenen Leuten die Kraft gebe, im Wasser nicht unterzugehen und im Feuer nicht zu verbrennen. Es ergab sich, dass die Ketzer einen unter der Achsel eingenähten Teufelspakt mit sich trugen, der es ihnen ermöglichte, all diese Wunder zu wirken. Des Zaubers beraubt, wurden sie von den Wunderkräften verlassen und die enttäuschten Bürger ließen sie verbrennen.
Auch bei Berthold von Regensburg, dem bedeutendsten Volksprediger des 13. Jahrhunderts, ist die Rede von Leuten, die „sich dem Teufel um des Gutes willen“ verschrieben. Die Verschreibungen erfolgten mit dem eigenen Blut. In den Hexenprozessen findet sich später auch die Form des Paktums, dass man etwas von seinem Blut in ein mit Totenknochen unterhaltenes Feuer laufen ließ.

Lit.: Nösges, Nikolaus/Schneider, Horst (Hrsg.): Caesarius von Heisterbach: Dialogus Miraculorum. Dialog über die Wunder, 5 Bde. Turnhout: Brepols, 2009.
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