Auch Keppler und Johann Kepler, latinisiert Ioannes oder Johannes Keplerus (* 27.12.1571 (jul) in Weil der Stadt, Baden-Württemberg; † 15.11.1630 (greg) Regensburg), deutscher Astronom, Physiker, Mathematiker und Naturphilosoph.
Als Frühgeburt wurde K. immer als schwaches und krankes Kind bezeichnet. 1575 überstand er eine Pockenerkrankung, die sein Sehvermögen jedoch bleibend beeinträchtigte.
Nach Erwerb eines Stipendiums begann K., trotz bescheidener Familienverhältnisse, 1589 ein Theologiestudium am Evangelischen Stift in Tübingen. Er studierte bei dem Mathematiker und Astronomen Michael Mästlin, hielt sich selbst für einen überragenden Mathematiker und erwarb sich den Ruf eines geschickten Astrologen. Am 11. August 1591 wurde er Magister. Im April 1597 heiratete K. Barbara Müller, mit der er fünf Kinder bekam, von denen zwei bald starben.
In den 1590er Jahren schrieb er Briefe an Galileo Galilei, von dem er allerdings nur einmal eine ausführliche Antwort erhielt. Im Dezember 1599 lud Tycho Brahe K. ein, mit ihm in Prag zu arbeiten. Von 1600 bis 1612 war er dort als kaiserlicher Hofmathematker tätig.
Im gleichen Jahr legte K., ähnlich wie einst Gerolamo Cardano, wissenschaftliche Zahlenangaben zur Pulsfrequenz vor. 1611 veröffentlichte er eine Monografie über die Entstehung der Schneeflocke, das erste bekannte Werk zum Thema.
Das Jahr 1611 wurde für K. jedoch auch zu einem Schicksalsjahr. So erkrankten im Januar seine drei noch verbliebenen Kinder an den Pocken, der sechsjährige Sohn Friedrich starb.
Um den wachsenden religiösen und politischen Spannungen zu entkommen, suchte K. eine neue Anstellung. Nach einer Bewerbung in Linz wurde ihm schließlich der Posten eines Provinzmathematikers (Landvermessers) zugesagt. Er behielt die Stelle bis 1626.
Nach dem Tod seiner Frau heiratete K. im Oktober 1613 die Eferdinger Bürgerstochter Susanne Reuttinger. Von den sechs Kindern, die sie bekamen, starben die drei zuerst Geborenen schon in ihrer Kindheit.
1627 fand Kepler im kaiserlichen General Albrecht von Wallenstein einen neuen Förderer. Dieser erwartete von K. zuverlässige Horoskope und stellte im Gegenzug in Sagan in Schlesien eine Druckerei zur Verfügung. Zudem stellte er ihm eine Professur an der Universität Rostock in Aussicht. Vor deren Antritt begann K. jedoch eine Reise nach Regensburg, von der er nicht mehr zurückkehrte. Er starb dort am 15. November 1630 im Alter von 58 Jahren. 1961 wurde sein Sterbehaus saniert und ist heute ein Museum.
Was K.s Lehre anbelangt, so war für ihn die Erde der „Sitz des betrachtenden Wesens, für welches das Universum geschaffen wurde“, zentral im Planetensystem, außen: Mars, Jupiter und Saturn, innen: Venus, Merkur und Sonne – „das Herz, um das sich alles dreht.“ So fand er nach etwa zehn Jahren die ersten beiden der drei später nach ihm benannten Planetengesetze: Die Planetenbahn ist eine Ellipse mit der Sonne in einem Brennpunkt, und die Geschwindigkeit des Planeten variiert entlang seiner Bahn so, dass eine von der Sonne zu einem Planeten gezogene Strecke in gleichen Zeiträumen gleiche Flächen überstreicht.
Im Oktober 1604 beobachtete K. eine Supernova, die später Keplers Stern genannt wurde, und veröffentlichte seine Beobachtungen 1606 in dem Buch De Stella nova in pede serpentarii, et qui sub ejus exortum de novo iniit, Trigono igneo (Vom neuen Stern im Fuße des Schlangenträgers).
Eine von K.s bedeutendsten Arbeiten war jedoch seine Dioptrice. Mit diesem 1611 erschienenen Werk zur Dioptrik des Auges legte er die Grundlagen für die Optik als Wissenschaft.
K. war zudem überzeugt, dass bestimmte Konstellationen der Himmelskörper den Menschen beeinflussen könnten wie das Wetter. Er versuchte die Zusammenhänge zu ergründen und wollte auch die Astrologie auf eine wissenschaftliche Basis stellen.
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