Kentauren

Auch Zentauren (griech., lat. centauri), Naturdämonen der griechischen Mythologie mit menschlichem Oberkörper und Pferdeleib, zunächst mit zwei Beinen, seit dem 6. Jh. mit vier Beinen.
Antike Mythologien führten ihre Abstammung auf Kentauros, den Sohn des Ixion und der Nephele, zurück. Das Reich der K. bildeten schwer zugängliche Gebirge und unwegsame Wälder. Wenngleich einzelne K. wie Pholos und Cheiron freundliche und sogar edle Charakterzüge tragen, galten sie im Allgemeinen als „Tiere“, die ihre Wildheit vor allem bei der Hochzeit des Peirithoos zeigten, wo sich der K. Eurytion in Trunkenheit an der Braut vergriff und die anderen die Frauen zu rauben suchten. Sie wurden jedoch geschlagen und so zogen sich die Überlebenden in verschiedene Gegenden Griechenlands zurück.
Neben ihrer Wildheit wird ihre Vorliebe für Weingenuss genannt, weshalb sie seit dem 4. Jh. v. Chr. neben Satyrn und Bacchantinnen zum Gefolge des Dionysos gehörten. Im Rahmen von Erzählungen wurden K. zu sterblichen Wesen und später zweifelte man sogar an ihrer Existenz.
K. wurden auch zu einem beliebten Gegenstand von bildender Kunst und Literatur.

Lit.: Isard, A.: Le centaure dans le légende e dans l’art. Thèse Lyon, 1929; Schiffler, Birgitt: Die Typologie des Kentauren in der antiken Kunst: vom 10. bis zum Ende des 4. Jhs. v. Chr. Frankfurt/M.: Lang [u.a.], 1976; Hunger, Herbert: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Wien: Verlag Brüder Hollinek, 1988.

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