Kayser, Hans

(* 01.041891 Buchau, Württemberg; † 14. 04.1964 Bollingen bei Bern), deutsch-schweizerischer Kunst- und Musiktheoretiker, Begründer der modernen harmonikalen Grundlagenforschung im 20. Jahrhundert.
Nach dem Studium der Musik und Musikwissenschaft und der Promotion in Kunstgeschichte fungierte K. als Herausgeber und zum Teil auch als Autor der Reihe „Der Dom. Bücher deutscher Mystik“, was den Ausgangspunkt der Wiederbelebung pythagoreischen Gedankenguts und die Grundlage für seine vierzigjährige harmonikale Forschungstätigkeit bildete.
K. versteht Harmonik im antiken Sinn als „Fügung“, als „Ordnung“, erweitert diese jedoch durch mathematisch-akustische Erkentnisse und spekulative-metaphysische Ideen. Die „Tonzahl“, die intervallbildende Fähigkeit des Gehörs und die analoge Ausdehnung von Proportionsgesetzen auf alle Seinsbereiche ist kennzeichend für seine Harmonik. Sie ist auf der Grundlage musikalischer Intervalle und ihrer Proportionen eine Normenlehre für die gesamte Welt des Organischen und Anorganischen. K. deutet damit auch den Bau des menschlichen Körpers.

Lit.: Kayser, Hans: Lehrbuch der Harmonik. Zürich: Occident-Verl., 1950.
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