Kavvana

(Hebr., Intention), bezeichnet die Gebetsmystik der Kabbala, d.h. eine Meditation über den Wortlaut des Gebets, während dieses gesprochen wird. Die Gebetsform der K. wurde vornehmlich im deutschen Chassidismus entwickelt und ist das wichtigste Mittel zur Devekut (Hingabe). Sie leitet zum mystischen Seelenaufstieg zu Gott und wird daher auch mit der von der Erde bis zum Himmel reichenden Jakobsleiter verglichen. Die Gebetsworte werden auch zahlenspekulativ gedeutet und dann zu Thora-Versen mit demselben Zahlenwert und zu den Namen Gottes und der Engel in Beziehung gebracht.
Nach Isaak Luria, einem charismatischen Lehrer der Kabbala, beeinflusst der Betende mit seiner K. die geistigen Welten, die er währenddessen durchschreitet, und trägt wesentlich zu ihrer Restitution nach dem Bruch der Gefäße bei.

Lit.: Iwersen, Julia: Lexikon der Esoterik. Düsseldorf: Artemis & Winkler, 2001.
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