Katharina von Genua

Eigentl. Katharina Fieschi Adorno (* 05.04.1447 Genua; † 15.09.1510 ebd.), Heilige und Mystikerin.
K. war Tochter der Adelsfamilie Fieschi, aus der auch die beiden Päpste Innozenz IV. und Hadrian V. stammten; ihr Vater war Vizekönig von Neapel. Mit 16 Jahren heiratete sie gezwungenermaßen den Genueser Edelmann Giuliano Adorno. Nach zehnjähriger schlechter Ehe, wo sie zeitweise auch aushäusig in Vergnügungen lebte, besuchte sie ihre Schwester in einem Franziskanerordenkonvent in Genua, wo sie 1474 die erste Erleuchtung und Erscheinung des gekreuzigten Christus erfuhr. Sie lebte von nun an in völliger Enthaltsamkeit, pflegte Arme und Kranke und schloss sich 1479 als Tertiarin dem Franziskanerorden an.

K. kümmerte sich vor allem um die Kranken im Spital Pammatone in Genua, wo sie 1489 Vorsteherin der Frauenabteilung wurde. Während zweier Pestepidemien arbeitete sie unermüdlich für die Kranken und Sterbenden und trug zur Entstehung der Gemeinschaft der Göttlichen Liebe mit Aufgaben in der Krankenpflege bei. K. selbst führte ein Bußleben und ernährte sich während der Fastenzeit nur von der Kommunion; ihr wurden mystische Gnadengaben zuteil.
Nachdem ihr Mann den gesamten Besitz verloren hatte, folgte auch er Katharinas Beispiel, bis er 1497 starb. Nun begann ihr Seelenführer, ihre Lebensgeschichte mit den spirituellen Erfahrungen und Lehren aufzuzeichnen. 1551 erschien Libro de la Vita mirabile e dottrina santa di S. Caterina Fieschi, das Buch des wunderbaren Lebens und der heiligen Lehre der hl. Katharina Fieschi. Ihre Offenbarungen geben die beiden Bücher Dialogo del Divino Amore, Dialog von der göttlichen Liebe, sowie Trattato del purgatorio, Abhandlung über das Fegefeuer, wieder. Das Fegefeuer sei für die Seelen zwar ein Ort des Leidens, aber diese seien dort von Freude erfüllt, weil sie sich von Gott geleitet wüssten. Daher verstärke sich zwar der Schmerz, aber ebenso die Freude, je näher der Zeitpunkt ihrer Erlösung rückt.
K. wurde am 6. April 1675 von Papst Clemens X. selig- und am 16. Juni 1737 von Papst Clemens XII. heiliggesprochen. 1944 ernannte sie Papst Pius XII. zur zweiten Patronin der italienischen Krankenhäuser.

W: Vita (Lebensbeschreibung); Trattato del Purgatorio (Traktat über das Fegefeuer); Dialogo tra anima, corpo, amor propio, spirito, umanità e Dio (Geistlicher Dialog).
Lit.: Holböck, Ferdinand: Die Theologin des Fegfeuers – Hl. Katharina von Genua. Stein am Rhein: Christiana-Verl., 1991.
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