Katadesmoi

In Rom als defixiones bekannt, die ersten Bindungs- oder Verfluchungstäfelchen als dünne Bleiblättchen, in die der Name des ausgewählten Opfers eingeritzt wurde. Man warf sie anschließend in Gräber, Gruben oder Brunnen, um das Schicksal des Opfers verschiedenen Dämonen oder den Geistern der Toten auszuliefern.
Die Täfelchen enthielten zunehmend längere Texte und immer ausgefeiltere Formen. Ihre Herstellung wurde von komplexen Ritualen begleitet, bei denen Lehm-, Wachs- oder Bleipuppen gefesselt, durchbohrt oder verbrannt wurden, um die beabsichtigte Wirkung auf das Opfer zu simulieren.
Im Wesentlichen waren K. dazu gedacht, eine andere Person dem eigenen Willen bzw. den eigenen Wünschen zu unterwerfen.

Lit.: Drury, Nevill: Magie: vom Schamanismus und Hexenkult bis zu den Technoheiden. Aarau/München: AT Verlag, 2003.
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