Kassandra

Laut griechischer Mythologie die unglücklichste unter den Töchtern des trojanischen Königs Priamus und der Hekabe. Apollo liebte sie und versprach ihr, im Fall von Gegenliebe, die Gabe der Weissagung. K. willigte ein, hielt aber nicht Wort, als sie mit der Gabe bedacht wurde. Apollo entzog ihr daraufhin den Glauben der Menschen und machte sie so zum Gespött der Leute. Da sie nur Unheil prophezeite, ihr aber niemand Glauben schenkte, hielt man sie für wahnsinnig und sperrte sie in einen Turm. Vergeblich warnte sie die Troer vor dem hölzernen Pferd, ebenso vergeblich prophezeite sie den Untergang der Stadt. Nach der Eroberung derselben durch Agamemnon wurde sie dessen Beute. Er zeugte mit ihr die Zwillingssöhne Teledamus und Pelops. In sein Vaterland zurückgekehrt, wurde er auf Veranlassung seiner Gemahlin Klytaimnestra von deren Geliebten Aigisthos ermordet. Auch K. und die beiden Söhne fanden den Tod.

Lit.: Aeschylus: Agamemnon. Stuttgart: Reclam, 1976; Hunger, Herbert: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Wien: Verlag Brüder Hollinek, 1988.
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