Kartomantie

Auch Chartomantik (Kartenlegekunst), das Kartenlegen, Teilbereich der Wahrsagung, die Ende des 18. Jahrhunderts aufkam und eine bestimmte Technik benutzte, um mit speziellen oder standardisierten Spielkarten (Lenormand-, Zigeuner-, Kipper-, Tarot-Karten oder nur ein gewöhnliches Skatblatt) in einem Gespräch zwischen Wahrsager und Kunde oder in einer Legung für sich selbst etwas über Personen, Situationen und zugehörige Fragen auszusagen.
Die K. soll ab dem 7. Jahrhundert in China entstanden sein, als sich dort der Holztafeldruck entwickelte. Mit ihm kamen auch Spielkarten in Mode, die bald zum Wahrsagen verwendet wurden. Die Kartenleger definieren ihre Tätigkeit als Hilfestellung mit dem Ziel, zur Lösung von Problemen beizutragen.
Im 18. Jh. wurde die K. vornehmlich durch französische Okkultisten populär und erfuhr im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts durch die New-Age-Bewegung einen weiteren Aufschwung. Zudem gab die divinatorische Ausdeutung von Karten, z.B. der Karten des Tarot oder der von J.B. Rhine in Präkognitions-Tests benutzten Zener-Karten, der K. neuen Auftrieb, der bis heute andauert.

Lit.: Kaplan, Stuart R.: Der Tarot: Geschichte, Deutung, Legesysteme (Orig.: Tarot Classic, 1972). Aus dem Amerik. von Burkhardt Kiegeland. München: Hugendubel, 5. Aufl. 1988.
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