Karpfenstein

(Lapis carpionis), knorpelartiger Knochen, Kauplatte des Fisches, anatomischer Sitz zwischen der Vertiefung des Hinterhauptknochens und dem ersten Rückgratwirbel des Karpfens. Der K. ist gewölbt, leicht linsenförmig, dreieckig und hart. Die Farbe ist hell bis grau. Schöne Stücke von nicht zu alten Karpfen können poliert und zu Ketten verarbeitet werden.
Im Mittelalter ging das Gerücht um, dass nicht alle Karpfen einen Karpfenstein hätten, weswegen sich um den Stein eine Aura rankte. Man schrieb ihm heilende Wirkung und magische Kräfte zu. Die Menschen rieben den K. und mischten ihn als Pulver unter das Essen bzw. verwendeten dieses als Heilmittel gegen Bauchschmerzen und Choliken. Selbst gegen Nasenbluten und bei schlechten Augen wurde das Pulver verabreicht. Als Amulett um den Hals getragen, sollte der Stein vor „Krankheit und Verderben schützen“. Einen ähnlichen Hintergrund hat der Glaube, dass ein K. des Silvesterkarpfens in der Geldbörse dem Besitzer ganzjährig Geld beschere.

Lit.: Steffens, Werner: Der Karpfen. Cyprinus carpio L. Hohenwarsleben: Westarp-Wissenschaften, 6. Aufl. 2008.
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