Karneval

Das seit dem 17 Jh. bezeugte Wort wird synonym mit Fas(t)nacht und Fasching gebraucht. Etymologisch leitet sich K. von carnem levare (Wegnahme von Fleisch) ab. Fasnacht ist als Vorabend vor dem Fasten zu verstehen. Früher auch als Vegetationsfest gedeutet, wird K. heute eher als Ventilsitte und Gelegenheit zur Selbstdarstellung begriffen. Lokal standardisierte Masken erlauben die Flucht in die Anonymität und bieten die Möglichkeit, in begrenztem Rahmen gegen die Regel zu verstoßen. Darin kommt der Drang nach persönlicher Freiheit und Geltung zum Ausdruck.
Weltweiten Ruf genießt der Karneval in Venedig als Ausdruck persönlicher Freiheit und Kreativität jenseits der allgemeinen geltenden Macht- und Gesellschaftsstrukturen, wodurch nicht selten besondere gesellschaftliche und individuelle Kreativitäten zum Vorschein kommen.

Lit.: Bausinger, Hermann u.a. (Hrsg.): Narrenfreiheit. Beiträge zur Fasnachtsforschung. Univ. Tübingen: Ludwig-Uhland-Institut, 1980.
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