Kariben

Eigenbezeichnung Kalihna oder Galibi, ehemals weit verbreitetes kriegerischcs Indianervolk, das vor der Ankunft der Europäer nicht nur Haiti, die Kleinen Antillen oder Karibischen Inseln, sondern auch die Landegebiete am Orinko bis zum Amazonas bewohnte und aus 200 einzelnen Stämmen mit verschiedenen Mundarten bestand. K. leben heute noch u.a. an der Südküste der Karibik in Venezuela, Guyana, Suriname und Nordbrasilien.
Nach ihrer Mythologie war Louquo, der erste Mensch, ein Karibe. Er hatte einen ungeheuer großen Nabcl, aus dem die ersten Menschen hervorkamen. Sonnen- und Mondfinsternis schrieben sie dem bösen Geist Mapoja zu, der ihnen ständig nachgestellt haben soll, um ihnen zu schaden. Ein anderer böser Geist war Racumon, der von Louquo in einen Drachen mit Menschenkopf verwandelt wurde. Er halte sich immer noch auf einem Baum auf, den sie Cabats nennen. Die religiösen Bräuche der K. bestehen vor allem in Wahrsagerei und Zauberei, da der Geisterglaube zu ihrem Leben gehört, das eng mit ihren Hausgeistern verbunden ist.

Lit.: Espiard de la Borde, François-Ignace: The Spirit of Nations. Translated from the French. London: Printed for Lockyer Davis and R. Baldwin, 1753; Hurst, Georg Conrad: Zauber-Bibliothek. Freiburg i.Br.: Aurum Verlag, 1979, Bd. 2, S. 34-35; Bd. 5, S. I7-18.
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