Kārat berīt

Einen „Bund schneiden“. Ein berīt (Bund) wird durch einen Akt der Zerteilung geschlossen, daher die hebräische Wendung: einen „Bund schneiden“ (kārat berīt). „An diesem Tag schloss der Herr mit Abram folgenden Bund: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land vom Grenzbach Ägyptens bis zum großen Strom Eufrat“ (Gen 15,18). Vermutlich geht dies auf einen alten Ritus zurück, der zu Abrahams Zeit Rechtsverträge zwischen Nationen bekräftigte. Dabei handelt es sich um eine der feierlichsten und zugleich schauerlichsten dieser Zeremonien. Tiere werden geschlachtet und in Stücke gehauen. Anschließend gehen die beiden Partner in der blutigen Gasse durch die Stücke hindurch, indem sie die Fluchworte sprechen: „Möge die Gottheit den Bundesbrüchigen in Stücke zerhauen wie diese Tiere.“
Während die einen eine solche Zeremonie für einen verblassten Fluchritus halten, besteht nach anderen die Idee darin, dass sich der Durchschreitende sozusagen in das Tier einschließt und sich im Falle eines Bundesbruches mit dem Schicksal des Tieres identifiziert.

Lit.: Resch, Andreas: Der Traum im Heilsplan Gottes: Deutung und Bedeutung des Traums im Alten Testament. Freiburg i.Br.: Herder, 1964.
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