Auch Irrwisch, Sumpflicht oder Ignis fatuus genannt (engl. elf-fire), bestimmte Leuchterscheinung, die nachts hin und wieder in Sümpfen, Mooren, Morasten oder in besonders dichten, dunklen Wäldern und (seltener) auf Friedhöfen gesichtet wird.
Zu sehen ist ein bläuliches Leuchten, das unvorhersagbar und kurzzeitig auftritt. Die Flämmchen sind einige Zentimeter hoch und leuchten wenige Sekunden ohne Rauchentwicklung. Wissenschaftlich geht man einerseits davon aus, dass es sich um biolumineszente Effekte (Glühwürmchen) handelt, andererseits spricht man von spontan sich entzündenden Faulgasen.
Mythologisch entstammt der Name vermutlich dem Volksglauben. Man war der Ansicht, dass diese Lichter von Geistern (Irrwischen) oder anderen Sagengestalten erzeugt würden, um Menschen absichlich im Moor in die Irre zu locken und somit in den Tod zu ziehen. Eine andere Theorie zielt auf die beobachteten anscheinend ziellos umherirrenden Bewegungen der I.er ab.
Aufgrund der spukhaften Erscheinung ranken sich um I.er viele Legenden und Sagen, weshalb sie auch Einzug in die Literatur gefunden haben.
Lit.: Simon, Irmgard: „Irrlichter“ und „Glühwürmchen“ (Johanniskäfer): Bezeichnungen für zwei ungewöhnliche Lichterscheinungen; mit literarischen Beispielen. Niederdeutsches Wort 44 (2004), 191-216; Spence, Lewis: An Encyclopaedia of Occultism. New York: Cosimo Classics, 2006; Bane, Theresa: Encyclopedia of Spirits and Ghosts in World Mythology. McFarland & Comp., 2016.