Hydromantie

(Griech., Wasserweissagung), bezeichnet die vermutlich aus dem Orient stammende mantische Kunst, die Erscheinungen in und über dem Wasser, in Quellen, Seen, Strudeln, Becken, Gläsern und Flaschen in Weissagungen zu deuten. Aussagen über die Zukunft werden dabei neben vielen Wasserweissagungen auch durch Figuren, die in das Wasser gegossenes Öl, heißes Blei oder Wachs bilden, getroffen.
Der hl. Augustinus (354-430) berichtet, dass Numa Pompilius (angebl. * 750 v. Chr.; † 672 v. Chr.), der sagenhafte zweite König von Rom, dessen Historizität bezweifelt wird, einer der ersten Hydromanten gewesen sei.

Lit.: Augustinus: Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat, 7. Buch: „35. Numa wurde durch die Hydromantie, die ihm eine Art Bilder von Göttern zeigte, zum besten gehalten“; Bächtold-Stäubli, Hanns (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Bd 4. Berlin: de Gruyter, 1987, Sp. 548-574.
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