Hydra

Auch als Wasserschlange bezeichnet, laut griechischer Mythologie ein vielköpfiges, schlangenähnliches Ungeheuer. Bei Verlust eines Kopfes wachsen an dessen Stelle angeblich zwei neue, zudem sei der Kopf in der Mitte unsterblich.
H. galt als Tochter der Echidna und des Typhon sowie als Schwester von Kerberos, Chimaira und Sphinx. Sie wuchs in den schwer zugänglichen Sümpfen von Lerna in der Argolis auf, weshalb sie auch die Lernäische Schlange genannt wurde. Sie pflegte an Land zu kommen, Viehherden zu zerreißen und Felder zu verwüsten, bis sie von Herkules getötet wurde.
Aus den genannten Gründen gilt H. als sprichwörtliches Gleichnis für Situationen, wo jeder Versuch der Eindämmung oder Unterdrückung nur zur Ausweitung einer Eskalation führt. Sie steht also für das, was man nur „klein halten“ kann, indem man es unberührt lässt.

Lit.: Stoll, Heinrich Wilhelm: Hydra, in: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie, Bd. 1, 2. Leipzig, 1890, Sp. 2769f. (Digitalisat); Hydra, in: Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike, Bd. 5. Stuttgart/Weimar: Metzler, 1998.
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