Hundertjähriger Kalender

Zusammenstellung von Wettervorhersagen, wurde im 17. Jh. von Mauritius Knauer (1612-1664), Abt im Kloster Langheim/Erzbistum Bamberg, als Calendarium oeconomicum practicum perpetuum („immerwährender praktischer Wirtschaftskalender“) verfasst. Knauer selbst sprach von einem „beständigen Hauskalender“, mit dem er den damaligen Bauern und Mönchen ein Mittel zur besseren Wettervorhersage an die Hand geben wollte.
Mit seinen Aufzeichnungen begann Knauer im Jahre 1652. Er glaubte zu erkennen, dass auch die Stellung der Planeten Einfluss auf das Wetter habe. So ging er davon aus, dass die damals bekannten Himmelskörper Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur das Wetter jeweils ein Jahr lang entscheidend beeinflussen würden und dass sich dieser Rhythmus alle sieben Jahre wiederhole. Er räumte allerdings ein, dass daneben auch andere astrologische Faktoren, wie Kometen, Sonnen- und Mondfinsternisse, zu berücksichtigen seien.

Erstmals veröffentlicht wurde das Calendarium 1704 von dem Erfurter Arzt Christoph von Hellwig, wobei dieser die ursprünglich von 1600 bis 1912 reichende Vorhersage auf den Zeitraum zwischen 1701 und 1800 einschränkte. 1720 erschien das Werk dann erstmals unter dem Titel „Hunderjähriger Kalender“. Knauer legte darin noch weitere Voraussagen fest, z.B. für Anbau, Fische, Krankheiten, Unwetter, Ungeziefer, und bestimmten Tagen, den sog. Unglückstagen, schrieb er verschiedene negative Eigenschaften zu.
Aus Sicht der modernen Meteorologen sind die Vorhersagen des Kalenders nicht haltbar und Übereinstimmungen werden als Zufall gewertet.

Lit.: Digitalisat des Hundertjährigen Kalenders von Mauritius Knauer aus den Beständen der Staatsbibliothek Bamberg.

 

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