Holzscheitorakel

Eine Methode zur Zukunftserkundung, die darin besteht, dass man zur Gewinnung von Vorzeichen Holzscheite, bisweilen auch Späne, verwendet. In den meisten Fällen geht es darum, festzustellen, ob die Person, die diese Methode anwendet, mit baldiger Hochzeit rechnen darf, und um die Beschaffenheit des zukünftigen Gemahls.
Die befragende (meist weibliche) Person zieht aufs Geratewohl aus einem Holzhaufen ein Scheit heraus. Aus dessen Beschaffenheit wird dann mit billiger Analogie auf den Zukünftigen geschlossen. Ein tadelloses, gerades Stück bedeutet einen gerade gewachsenen, schönen und tüchtigen Mann, ein krummes einen buckligen, ein mit Rinde versehenes einen reichen Mann.

Lit.: Bächtold-Stäubli, Hanns (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Bd. 4. Berlin: de Gruyter, 1987.
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