Hochgrade

Frz. Hauts Degrés, engl. High Degrees/Additional Degrees werden in der Freimaurerei jene Grade genannt, die über die ersten drei Grade von Lehrling, Geselle und Meister der klassischen Maurerei hinausgehen. Ihre Entstehung reicht in die Mitte des 18. Jh. zurück und fügt der Handwerkstradition der Freimaurerei eine anachronistische Rittertradition hinzu. Vielfach tragen diese frühen H. das unterbewusste Bemühen in sich, Formenwelten der Aristokratie der sich formierenden bürgerlichen Gesellschaft zu adaptieren. In weiterer Folge werden sie als vertiefende Erkenntnisstufen interpretiert.
Wenn man von mystischen, kabbalistischen und gnostischen Zutaten absieht, so bleibt als Kern fast aller H. die Templerlegende übrig, die an die Person des letzten Templer-Großmeisters Jacques de Molay und seinen durch religiöse und autokratische Unduldsamkeit herbeigeführten Tod auf dem Scheiterhaufen anknüpft. Die Legende wurde eingeführt, um eine Lehre zu begründen, die den Kampf gegen Unduldsamkeit führt und die Aufforderung beinhaltet, als geistiger Kämpfer für Duldsamkeit aufzutreten und das Leben danach zu gestalten.

Lit.: Lennhoff, Eugen/Posner, Oskar/Binder, Dieter A.: Internationales Freimaurerlexikon. Überarb. u. erw. Neuaufl. München: F.A. Herbig, 2000.
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