Hirse

Sammelbezeichnung für kleinfrüchtiges Spelzgetreide mit 10-12 Gattungen der Familie der Süßgräser (Poaceae). Der Name stammt von ahd. hirsa bzw. hirsi oder hirso und ist von einem indogermanischen Wort für „Sättigung“, „Nahrhaftigkeit“ abgeleitet.
Nach der Beschaffenheit der Körner lassen sich sämtliche Hirsearten in zwei Hauptgruppen einteilen:

1. Sorghumhirsen (Sorghum) mit deutlich größeren Körnern und damit auch höheren Hektarerträgen.
2. Millethirsen (Paniceae, auch Echte Hirsen oder Kleine Hirsen genannt). Zu diesen gehören die meisten Gattungen.
Die H. ist ein sehr mineralstoffreiches Getreide mit Fluor, Schwefel, Phosphor, Magnesium, Kalium und besonders viel Silizium (Kieselsäure), Eisen und Vitamin B6 und gehört in Europa zu den ältesten Getereidearten, wenngleich sie für die Ernährung heute keine große Bedeutung mehr hat.
Dank der vielen Körner ist die H. ein weit verbreitetes Fruchtbarkeitssymbol und symbolisiert aufgrund dessen und wegen der gelben Farbe Reichtum.

Lit.: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Bd. 4. Berlin: de Gruyter, 1987.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.