Hippokrates

( * Um 460 v. Chr. auf der griechischen Insel Kos; † um 370 v. Chr. in Larisa, Thessalien), berühmtester Arzt des Altertums. Seine Schule lehrte die Theorie von vier Körpersäften, Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle, im Konzept der Humoralpathologie. H. wurde bereits zu Lebzeiten hoch verehrt und wurde zum „Vater der (modernen) Medizin“. Er setzte das ärztliche Handeln über die Wirkkraft priesterlicher Worte und stellte es unter eine hohe ethische Verantwortung.
H. gilt schließlich als Begründer der Medizin als Wissenschaft, insbesondere als Erfahrungswissenschaft, die auf umfangreicher Beobachtung und Beschreibung von Krankheitssymptomen fußt. So nimmt der Funktionalismus seinen Ausgangspunkt vom monistischen Naturalismus des H., der sämtliche Krankheiten auf der Grundlage von körperlichen Ursachen zu erklären versuchte. Dieses Erklärungsmodell wurde nicht nur zum Fundament der traditionellen Medizin, sondern auch verschiedener Richtungen der experimentellen Psychologie.

W.: Hippokrates: Sämtliche Werke. Übersetzt und ausführlich kommentiert von Robert Fuchs. München: Verlag H. Lüneburg, 1895-1900.
Lit.: Flashar, Hellmut: Hippokrates: Meister der Heilkunst. München: C.H. Beck, 2016.
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