Hine-nui-te-po

In den Mythen der neuseeländischen Maori die alte Ahnfrau, die im Westen am Horizont wohnt, wo der Himmel die Erde berührt. Als Göttin der Nacht und des Todes ist sie auch die Herrscherin der Unterwelt. Dort traf sie auf den Halbgott und Helden Māui. Dieser hatte den Menschen das Feuer gebracht, aber auch die Sterblichkeit und damit die niemals endende Prozession der Sterblichen in die Unterwelt.
Māui versuchte, die Menschheit unsterblich zu machen, indem er zwischen den Beinen in die schlafende Hine-nui-te-pō zu kriechen versuchte, um durch den Mund wieder herauszukommen. Bei diesem Anblick weckte jedoch das Gelächter eines Vogels, des Fächerschwanzes, Hine-nui-te-pō auf und Māui zerbarst in ihrer Vagina. Er war somit der erste Mensch, der starb, und der Tod wurde so zum unausweichlichen Ende eines jeden Menschen.

Lit.: Biggs, B. G.: Maori Myths and Traditions, in: A.H. McLintock (Hrsg.): Encyclopaedia of New Zealand, Bd 2: H – P. Wellington: Owen, 1966, S. 447-454.
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