Himmelfahrt

Bezeichnet das in Religionen und Mythen weit verbreitete Motiv, zum höchsten Ziel im Jenseits zu gelangen. In Judentum, Christentum und Islam bezieht sich H. konkret darauf, dass jemand definitiv und leiblich in das Jenseits gelangt.
Im deutschen Sprachraum bezieht sich der Begriff H. auf die beiden christlichen Feste Christi Himmelfahrt (ein bewegliches Fest, am 40. Tag nach Ostern) und Mariä Aufnahme in den Himmel, volkstümlich „Mariä Himmelfahrt“ genannt, am 15. August. Die Leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel gibt es sowohl in der katholischen als auch in der orthodoxen Kirche. Am 1. November 1950 wurde von Papst Pius XII. in der apostolischen Konstitution Munificentissimus Deus die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel als Dogma verkündet.
Christi Himmelfahrt erwähnt das NT dreimal: in Markus 16,19, in Lukas 24,51 sowie in der Apostelgeschichte 1,1-11, wo sie ausführlicher beschrieben wird. Vorher begegnet der auferstandene Christus über vierzig Tage hindurch wiederholt seinen Jüngern und wird dann in den Himmel aufgenommen, wo er mit dem Platz „zur Rechten Gottes“ die Macht über Himmel und Erde innehat.

Lit.: Weiser, Alfons/Pöhlmann, Horst Georg: Himmelfahrt Christi I. Neues Testament II. Kirchengeschichtlich/Systematisch-theologisch, in: Theologische Realenzyklopädie (TRE), Bd. 15. Berlin/New York: de Gruyter, 1986; Denzinger, Heinrich: Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum. Freiburg i.Br.: Herder, 2001, 3900-3904.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.