Die Bezeichnung „Hexe“ geht zurück auf 1. ahd. hag(h)a-zus(a), mhd. hesce, häxe, zusammengesetzt aus hag „Zaun“, zu(sa), kontrovers abgeleitet von germ. tusjo, westf. dus, „Teufel“, galloromanisch dusius, „unreiner Geist, skrt. dasyu; 2. ital. strega, lat. strigs, strigis, „Eulenvogel“, „vampirartiger Naturdämon“; 3. frz. sorcière von lat. sors, „Los“; 4. engl. witch, altengl. wicca, „Zauberin“; 5. span. bruja, unbekannte vorspanische Wurzel.
Als Hexe bzw. Hexer gilt nach dem Volksglauben eine mit Zauberkräften ausgestattete Heil oder Unheil bringende weibliche oder männliche Person. Durch die Macht solcher Personen könne die Gemeinschaft bedroht werden, die sich mit Gegenzauber zur Wehr setzt.
Der H. ist schon in antiken Religionen (Codex Hammurapi, Parsismus, Ez 22,17) belegt. Zur Hexenverfolgung kam es in Mitteleuropa erst in der frühen Neuzeit. Dabei ging es um das das Aufspüren von Personen, denen man Schaden durch Zauberei oder Teufelspakt zuschrieb. Bei Verhaftung wurde im Prozess zur Erlangung von Geständnissen neben Befragungen auch Folter eingesetzt. Die Bestrafung erfolgte durch Verwarnung, Gefängnis und im Extremfall durch Hinrichtung mit Enthauptung oder Verbrennung. Hinzu kam kirchlicherseits noch der Vorwurf der Apostasie und Häresie.
Das Interesse an der Verfolgung von Personen, die angeblich durch undurchschaubare Praktiken persönlichen oder regionalen Schaden verursachen, gehört zu den Grundreaktionen des Selbstschutzes von Personen und Systemen. Diese Reaktionen treten in wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Krisenzeiten vermehrt und mit besonderer Heftigkeit auf. Dabei kommen immer die am wenigsten mit Macht ausgestatteten Personen zum Handkuss. Bei den allgemeinen Hexenprozessen in Mitteleuropa waren es vor allem die Frauen, zumal sie nicht nur weniger Macht hatten, sondern sich auch gegenseitig denunzierten, insbesondere dort, wo es um Liebe ging. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Überblickt man das Thema Hexen in der Weltliteratur, so lässt sich zusammenfassend folgende Beschreibung geben: Hexen reiten auf Besen, treffen sich beim Hexentanz, schließen einen Pakt mit dem Teufel, verkehren mit ihm. Mit ihren Zauberkräften können sie Menschen, Tieren, Pflanzen und der Natur Schaden zufügen.
Im Grunde handelt es sich dabei um von vielfältigen Formen der Angst erzeugte Vorstellungen, die zumeist auf ältere undurchschaubare Frauen, aber auch auf Männer und sogar Kinder übertragen wurden.
Lit.: Resch, Andreas: Hexenverfolgung. Grenzgebiete der Wissenschaft (GW) 66 (2017) 3, 219-258.