Hermopolis Magna

Auch Hermupolis (altägypt. Chemenu), griechisch-lateinischer Name der Hauptstadt des 15. oberägyptischen Gaues, der auch „Hasengau“ genannt wurde, weil er einen Hasen im Wappen führte. H. M. liegt in unmittelbarer Nähe zu dem modernen Ort el-Aschmunen. Bekannt sind die dortigen Talatat-Funde (Steinblöcke) aus der Regierungszeit Echnatons.
Der Hauptgott von H. M. war der Mondgott Thot, der „Herr von Chemenu“, mit den heiligen Tieren Pavian und Ibis. Die Griechen setzten ihn mit Hermes gleich. Als Gott des Wissens und Schreibens hatte er als Stadtgott die lokale Rolle des Schöpfergottes inne. Seine Gemahlin war ursprünglich vermutlich die hasengestaltige Göttin Unut, die „Herrin von Wenu“, die zur Zeit des Neuen Reiches den Namen Nehemetawai erhielt. Im Mythos von Horus und Seth hat er die Rolle des Schiedsrichters zwischen den beiden inne.
Chemenu, der Name der Siedlung, bedeutet Achtheit, was für eine achtköpfige Göttergruppe von H. M. steht, deren Gestalten Schlangen-, Frosch- und Widderköpfe tragen.

Bonnet, Hans: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Hamburg: Nikol, 2000.
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