Hel

(Ahd. helan, verbergen, womit das Sippengrab als Ursprung H.s angedeutet ist), in der altnordischen Literatur Bezeichnung sowohl für das Totenreich als auch für die darin herrschende Göttin, für deren vorchristliche Existenz es keine Anhaltspunkte gibt. H. galt in der germanischen Religion als Tochter des Feuergottes Loki und wurde wie ihre beiden anderen Geschwister, der Fenriswolf und die Schlange Jörmungandr, vom Göttervater Odin aus dem Reich der Götter verbannt und in die Unterwelt Niflheim (Nebelheim) geworfen, weshalb man dieses Totenreich auch Hellia oder Hella nannte. Dorthin kamen aber nur jene Toten, die an Krankheit oder Altersschwäche starben, während die im Kampf Gefallenen Odin in sein Schloß (Walhalla) holte. H. ist also weder Strafort noch Hölle, sondern einfach Aufenthaltsort der Toten.
Ähnlichkeit mit der christlichen Hölle nimmt H. erst in der Snorra Edda, dem Handbuch für Skalden, an.

Lit.: Marc-Roberts-Team: Lexikon des Satanismus und des Hexenwesens. Graz: Verlag für Sammler, 2004; Auffahrt, Christoph u.a. (Hrsg.): Wörterbuch der Religionen. Stuttgart: Alfred Kröner, 2006.
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