Heinrich von Grünenwörth

(† 12.04.1396 Grünenwörth bei Straßburg), sel. (Fest 12. April) Mystiker, Einsiedler bei Schwaz, zog später nach Straßburg im Elsass. Er lebte angeblich über 15 Jahre ohne Nahrung, nur von der Eucharistie. Grab im Johanniterkloster in Grünenwörth.
H. schloss sich nach „wyldestem“ Weltleben der Bewegung der Gottesfreunde an, die sich in Straßburg um den Kaufmann Rulman Merswin scharte. Dieser hatte 1367 das verfallene ehemalige Benediktinerkloster auf der Insel Grünenwörth in Straßburg erworben; schon 1347 hatte H. seine Frau verlassen und seine Kaufmannstätigkeit aufgegeben, um zusammen mit seinem Beichtvater Johannes Tauler, Margarete Ebner und anderen Gottesfreunden der Weltentsagung und Meditation zu leben. 1370/71 wurde die unter seinem Einfluss bleibende Stiftung dem Johanniterorden übergeben. H. lebte im Kloster Grünenwörth mit angeblichen Himmelsvisionen und in jahrelangem Fasten.

Lit.: Dinzelbacher, Peter: Christliche Mystik im Abendland: ihre Geschichte von den Anfängen bis zum Ende des Mittelalters. Paderborn: Schöningh, 1994.
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