Heiler

Person, die sich mit der kulturspezifischen Art des Heilens befasst. Der H. unterscheidet sich von Laien durch einen höheren Spezialisierungsgrad. Es ist die Rede vom Medizinmann, Zauberdoktor, Wunderarzt, vom Schamanen, Exorzisten, Magier und Geistheiler. Im Grunde geht es bei seinem Tun um eine Fühligkeit, mit welcher er den Zustand des Organimus und des Empfindungsgefüges einer Person auf seiner Erlebnisebene erfasst. Dabei können Berührungen durch Abtasten oder durch reines Erspüren des Körpers der zu behandelnden Person zu einer Diagnose körperlicher oder seelischer Störungen führen. Aufgrund dieser Diagnose versucht der Heiler dann durch Berührung mit den Händen, meist aber ohne direkten Hautkontakt, auf den gestörten Organismus harmonisierend zu wirken. Dies kann auch durch „Einstrahlen“ mit den Händen aus einer gewissen Entfernung auf den gesamten Organismus geschehen, wobei der H. in eine aktive Fühlungsymbiose mit der kranken Körperzone oder mit dem ganzen Körper des Patienten einsteigt, um mit seiner Bio- oder Psychoenerigie harmonisierend zu wirken. Die heilende Wirkung kann durch einmalige oder wiederholte Einflussnahme ganz oder teilweise erfolgen. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass solche Einwirkungen den H. bis zur Erschöpfung führen können.
Abgesehen von aller Scharlatanerie auf diesem Gebiet, dürfen die Erfolge von H.n nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden.

Lit.: Resch, Andreas: Paranormale Heilun (Imago Mundi; 6). Innsbruck: Resch, 1984; ders.: Heilen: Formen und Perspektiven (Reihe R; 9). Innsbruck: Resch, 2015.
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