Hechaloth

(Hebr.), „himmlische Säle“ im Palast Gottes, die jüdische Mystiker in ihren Visionen flüchtig erschauen, wenn sie von einer Sphäre zur nächsten fortschreiten. Haupttext für diese Innenschau sind die größeren H. aus der frühen Talmud-Phase der jüdischen Mystik (1. Jh. nach Chr.).
Bei den H. handelte es sich um verschiedene „Säle“, durch die der Mystiker in der Meditation emporstieg. Bei dieser meditativen Reise pflegten Mantras mit Gottesnamen rezitiert zu werden. Jeder Saal wurde vom Mystiker bei vollem Bewusstsein im Geiste durchwandert, wobei er dem jeweils am Saaaleingang wachenden Erzengel ein heiliges „Siegel“ überreichte. Kurz vor der siebten Kammer bestieg er schließlich einen Himmelswagen und wurde in den höchsten Zustand der mystischen Ekstase entrückt. Diese Ebene wurde Merkabah genannt.
Die H.-Literatur enthält liturgische und magische Stücke, die häufig einen engen Bezug zum rabbinischen Schrifttum zeigen.

Lit.: Drury, Nevill: Lexikon Esoterischen Wissens. München: Knaur, 1988.
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