Hartmann, Karl Robert Eduard

Ab 1862 von Hartmann (* 23.02.1842 Berlin; † 05.06.1906 ebd.), deutscher Philosoph, gilt auch als „der Philosoph des Unbewussten“.
Als Sohn des preußischen Generalmajors Robert von Hartmann wurde er 1862 in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben. 1858 trat H. in den Militärdienst ein, den er wegen eines Knieleidens 1865 als Premierleutnant verließ. 1867 pomovierte er in Rostock in Philosopie, schlug aber keine akademische Laufbahn ein, auch nicht nach dem großen Erfolg seines Erstlingswerks Philosophie des Unbewussten (1869), sondern blieb fortan unabhängiger Privatgelehrter in Berlin. 1872 heiratete er Agnes Taubert (1844-1877) und nach deren Tod 1878 in Bremen Alma Lorenz. Aus den Ehen gingen sechs Kinder hervor. H. starb am 5. Juni 1906 in seiner Heimatstadt Berlin und wurde in einem Ehrengrab der Stadt auf dem Friedhof Columbiadamm beigesetzt.
In Philosophie des Unbewussten bezeichnet H. seinen Standpunkt, die Extreme der logischen Idee (bei Hegel) und des blinden Willens (Schopenhauer) in der Einheit des Unbewussten zusammenzuführen.
Sein Werk hatte u.a. Einfluss auf Sigmund Freud und Carl Gustav Jung.

W. (Auswahl): Philosophie des Unbewussten. Berlin, 1869; Schellings positive Philosophie als Einheit von Hegel und Schopenhauer. Berlin, 1869; Das Ding an sich und seine Beschaffenheit. Berlin, 1871; Wahrheit und Irrtum im Darwinismus. Berlin, 1875; Phänomenologie des sittlichen Bewusstseins. Berlin, 1878; Das religiöse Bewusstsein der Menschheit im Stufengang seiner Entwicklung. Berlin, 1882; Der Spiritismus. Leipzig, 1885.
Lit.: Plümacher, Olga: Der Kampf ums Unbewusste. Berlin, 1880; Koeber, Raphael von: Das philosophische System E. v. Hartmanns. Breslau, 1884; Reschika, Richard: Eduard von Hartmann – der Philosoph des Unbewussten, in: Philosophische Abenteurer: elf Profile von der Renaissance bis zur Gegenwart. Tübingen: Mohr und Siebeck, 2001.
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