Guru Nanak

(* 15.04.1469 Talwandi, heute Nankana Sahib bei Lahore, Indien; † 1539), Religionsstifter des Sikhismus und der erste der zehn Gurus dieses Glaubens.
Mit 30 Jahren wurde Nanak Asket. Bei seinen Wanderungen durch weite Teile Indiens und Westasiens kam er mit spirituellen Lehrern verschiedenster religiöser Traditionen in Berührung und lehnte das Konzept des Hinduismus bereits in jungen Jahren strikt ab. Eine göttliche Stimme soll ihm befohlen haben, den Glauben an einen Gott, Barmherzigkeit, Reinheit, Andacht und Dienen zu beherzigen. Er kritisierte die Rituale, den Glauben an das von der herrschenden Brahmanenkaste bestimmte Priestertum sowie das Kastensystem im Hinduismus und sagte, dass äußere Rituale einer echten Religiosität im Wege stehen würden.
Nanak glaubte an die Transzendenz und Immanenz eines in seiner Schöpfung allgegenwärtigen Gottes. Mit diesem könne in der Meditation besonders durch Konzentration auf den göttlichen Namen Fühlung aufgenommen werden.
Seine Anhänger bezeichneten ihn als Guru (Lehrer). Vor seinem Tod ernannte er Guru Angad zu seinem Nachfolger und zum Oberhaupt seiner Gemeinschaft.

Lit.: Große Religionsstifter: Zarathustra, Mose, Jesus, Mani, Muhammad, Nanak, Buddha, Konfuzius, Lao Zi. München: Beck, 1992.
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