Gtummo

Auch Tumo (tibet., mystische Wärme, magische Hitze; Skrt. canda), Bezeichnung für eine fortgeschrittene, tantrische Meditationstechnik des VajrayanaBuddhismus. Äußeres Ziel und damit der Ursprung des Namens dieser kontemplativen Praxis ist die bewusste starke Erhöhung der Körpertemperatur bei gleichzeitiger Immunisierung gegen niedrige Umgebungstemperaturen. Inneres Ziel der Geistesübung ist die gerichtete Energielenkung von innen nach außen, um auf diese Weise negative Gefühle, Gedanken und Haltungen durch „Verbrennen“ auszulöschen.
Der Adept muss nasse, auf den bloßen Leib gewickelte Tücher in der Kälte stehend trocknen.
Der Ursprung des Phänomens ist nicht zwingend im indo-tibetischen Raum anzusehen; ein früheres Auftreten im Umkreis des Schamanismus ist wahrscheinlich.

Lit.: Govinda, Anagarika: Der Weg der weißen Wolken: Erlebnisse eines buddhistischen Pilgers in Tibet. Frankfurt/Main: O.W. Barth bei Scherz, 2004; Brennan, H.J.: Mönche, Magier und Schamanen. Die geheimen Praktiken der spirituellen Meister Tibets. München: Ansata. 2006.
Setze ein Lesezeichen für den Permalink.