Gespann-Wunder

Das in Heiligenlegenden verbreitete Motiv von der Wahl des rechten Ortes durch eine Reliquie bzw. den Leichnam eines Heiligen.
Ein Beispiel dafür ist der hl. Bonifatius, ehemals Bischof von Mainz, um dessen Grab sich eine besondere Legende rankt. Er, auf den die Gründung des Klosters Fulda 744 zurückgeht, hatte schon zu Lebzeiten den Wunsch geäußert, einmal in Fulda begraben zu werden. Nachdem er auf seiner letzten Missionsreise den Tod gefunden hatte, trieb sein Leichnam den Rhein aufwärts bis Mainz, wo er beigesetzt wurde. Am darauffolgenden Tag stand der Sarg jedoch wieder neben der Gruft. Man lud ihn auf einen Wagen, den die vorgespannten Kühe führerlos bis nach Fulda zogen. Dort fingen die Glocken von selbst an zu läuten und der Sarg des Bonifatius senkte sich von allein in seine selbstgewählte Gruft, wo er sich heute noch befindet.

Lit.: Der Schwarze Führer: Deutschland. Freiburg i.Br.: Eulen Verlag, 2000, S. 117.
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